David Noton fotografiert Landschaften mit der EOS 5D Mark III
© David Noton
Als Canon Explorer David Noton die Canon DSLR EOS 5D Mark III in die Hände bekam, testete er sie auf Herz und Nieren, indem er Landschaften in Italien, Frankreich und England fotografierte. CPN Autor Ian Farrell unterhielt sich mit dem preisgekrönten englischen Fotografen darüber, wie die 22,3-Megapixel-Kamera seine Fotoausrüstung bereicherte.
Für David Noton bedeutete der Wechsel zum Canon EOS Digitalkamerasystem im Jahr 2005 mehr als nur ein Markenwechsel: Es war für ihn auch ein Übergang von der analogen Fotografie zur Digitalfotografie. Neben zahlreichen anderen Berufsfotografen wählte Noton damals die EOS-1Ds Mark II als digitale Spiegelreflexkamera, um damit die Bildqualität zu erreichen, die er vom Film gewohnt war.
„Es war eine Vollformat-DSLR mit 16 Megapixel, und sie bedeutete eine grundlegende Veränderung“, erinnert er sich. „Einige meiner Kunden, wie z. B. Getty Images, verlangten Bilddateien, und damals war das die einzige Kamera, die meine Qualitätsansprüche erfüllen konnte.“
Die Kirche von St. Michael de Rupe in Brentor, Devon, England. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark III und dem Objektiv EF 35mm 1:1,4L USM (Verschlusszeit 1/320 s, Blende 1:8, ISO 100).
Seit damals weitete David Noton seine Canon EOS Ausrüstung intensiv aus; die beiden DSLRs EOS-1Ds Mark III und EOS 5D Mark II DSLRs verwendete er zum Aufnehmen von atemberaubenden Landschafts- und Reisefotos. Anfang 2012 wechselte er zur neuen EOS 5D Mark III …
Noton erinnert sich: „Wenn man die Kamera zum ersten Mal in die Hand nimmt, fällt einem gleich die verbesserte Verarbeitungsqualität auf: Sie fühlt sich robuster und professioneller an, und der LCD-Bildschirm ist grandios. Auch die Wetterfestigkeit wirkt noch besser, was in meinem Arbeitszweig wichtig ist. Und so nutzte ich die EOS 5D Mark III tatsächlich zum ersten Mal in Dartmoor [ein Heidemoor in England], wo der heulende Wind den Regen horizontal auf mich peitschte. Da kam mir die Wetterfestigkeit genau recht!“
In den darauffolgenden Monaten lernte Noton die neuen Funktionen der Kamera immer mehr zu schätzen. Er erklärt: „Auf dem Papier ist die Auflösung der EOS 5D Mark III zwar nur ein Megapixel höher als beim älteren [EOS 5D] Mark II Modell, und ich kenne viele Fotografen, die sich anfangs fragten, was das für einen Unterschied bringt. Doch bei der [EOS 5D] Mark III ist eine Änderung in Bezug auf die Bildqualität zu erkennen – eine spürbare Verbesserung bei den Details, der Schärfe, der Auflösung und dem Dynamikumfang.“
Er fügt hinzu: „Zu meinen Kunden zählen in erster Linie Werbeagenturen, Verlage, Fotoarchive usw., die meine Bilder in allen Größen verwenden. Die 22,3-Megapixel-Auflösung der EOS 5D Mark III ist üppig für deren Anforderungen und für mich ideal. Ich habe von den Bildern 1,2 Meter breite Kunstdrucke angefertigt, die fantastisch aussehen.“
Die Bildqualität bei hoher ISO-Empfindlichkeit ist ein Bereich, in dem sich bei vielen neuen DSLRs sehr viel getan hat, und die EOS 5D Mark III geht hier noch einen Schritt weiter. Die Kamera ist nun in der Lage, mit einer maximalen Standardempfindlichkeit von ISO 25.600 aufzunehmen; diese kann auf ISO 102.400 erweitert werden, für die Fälle, in denen kaum natürliche Lichtquellen vorhanden sind.
Und wie haben sich diese verbesserten ISO-Eigenschaften auf die Landschaftsfotografie von David
Noton ausgewirkt?
Dom, Campanile und Baptisterium; fotografiert von der Piazza del Duomo, Florenz, Toskana, Italien. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark III und dem Tilt-Shift-Objektiv TS-E 17mm 1:4L (Verschlusszeit 10 s, Blende 1:16, ISO 100).
„Ich glaube kaum“, gesteht er. „Wir Landschaftsfotografen ziehen es vor, mit niedrigen ISO-Werten zu arbeiten und Stative und Fernauslöser zu verwenden. Aber Arbeiten unter schwachen Lichtbedingungen ist mehr als nur Fotografieren mit einer hohen ISO-Empfindlichkeit. Eine Kamera, die bei hohen ISO-Einstellungen gute Ergebnisse liefert, ist meiner Meinung nach auch bei Langzeitbelichtungen gut. Und das trifft auf die EOS 5D Mark III unbedingt zu. Selbst bei gelegentlichen Verschlusszeiten von zwei Minuten ist die Bildqualität absolut beeindruckend.“
Noton erklärt: „Die guten ISO-Eigenschaften sind nützlich, wenn ich als Reisefotograf in einem fotojournalistischen Stil arbeite. Ich muss mich immer noch etwas an die hohen ISO-Werte gewöhnen, da ich Jahrzehnte lang mit dem Medium Film arbeitete, bei dem ISO 400 als sehr empfindlich angesehen wurde. Aber nun weiß ich, dass ich wesentlich höher gehen kann, wenn es nötig ist.“
Er fährt fort: „Ich freue mich darauf, noch mehr mit hohen ISO-Einstellungen und den sich daraus ergebenden kreativen Möglichkeiten zu experimentieren. Ich verwende gerne meine lichtstarken Festbrennweiten für Reiseporträts und Reportagen – das EF 35mm 1:1,4L USM und das EF 85mm 1:1,2L II USM. Ich liebe es, bei Offenblende Motive freizustellen, und ich denke, die hervorragenden ISO-Eigenschaften [der Kamera] werden eine gute Ergänzung bringen.“
Wenn es um das Thema Objektive geht, ist es fast einfacher, die EF-Objektive zu erwähnen, die Noton nicht besitzt, als diejenigen, die ihm gehören. Zu seiner Ausrüstung zählen beispielsweise das Ultraweitwinkel EF 14mm 1:2,8L II USM, das EF 15mm 1:2,8 Fisheye und die Zoomobjektive EF 16-35mm 1:2,8L II USM, EF 24-70mm 1:2,8L USM und EF 100-400mm 1:4,5-5,6L IS USM. Und natürlich die bereits erwähnten lichtstarken 35-mm- und 85-mm-Festbrennweiten. Noton ist auch ein Fan der Tilt-Shift-Objektive TS-E 17mm 1:4L und TS-E 24mm 1:3,5L II, die er bei seinen Landschafts- und Architekturfotografien wirkungsvoll einsetzt.
Ein Neuzugang in seiner Ausrüstungstasche ist das EF 70-200mm 1:2,8L IS II USM – ein überarbeitetes Telezoomobjektiv mit einem traditionellen Brennweitenbereich. „Das ist ein klassisches Objektiv für alle möglichen Fotografiezweige. Darauf wollte ich nicht mehr verzichten“, so Noton. „Die Mark I Version [des Objektivs] war bereits sehr gut, aber hinsichtlich der Bildqualität ist die Mark II sogar noch besser. Sie ist deutlich schärfer.“
Er verrät: „Früher war ich in Bezug auf Bildstabilisatoren eher skeptisch, aber Objektive wie das EF 70-200mm 1:2,8L IS II USM haben mich schließlich zum Umdenken bewegt. Bei Testaufnahmen konnte ich mit vier Mal längeren Verschlusszeiten fotografieren als gewöhnlich und immer noch scharfe Ergebnisse erzielen. Das kann bei der Arbeit einen sehr großen Unterschied bringen. Ich erinnere mich, als ich einmal in Afrika einen Elefanten aus großer Nähe fotografierte. Es wurde schnell immer dunkler, und alles schien gegen mich zu sein. Aber durch das Einschalten des Bildstabilisators (IS) und das Erhöhen der ISO-Empfindlichkeit konnte ich großartige Ergebnisse erzielen, die zu Analogzeiten nicht möglich gewesen wären.“
Lulworth Cove an der Jurassic Coast, Dorset, England. Aufgenommen mit einer Canon EOS 5D Mark III und dem TS-E 17mm 1:4L (Verschlusszeit 15 s, Blende 1:11, ISO 100).
David Noton rät Fotografen, die sich kürzlich eine EOS 5D Mark III angeschafft haben, sich eingehend mit dem verbesserten AF-System zu befassen: „um es richtig zu nutzen.“
Er gibt zu: „Am Anfang hatte ich wirklich mit dem Autofokus zu kämpfen; bei den meisten meiner Aufnahmen ist das Motiv nicht in der Bildmitte. Als seitliche Fokusfelder eingeführt wurden, wollte ich sie wirklich weg von der Mitte haben, an den Schnittstellen der Kompositionsdrittellinien. Bis jetzt war das bei keiner Kamera der Fall, doch die EOS 5D Mark III kommt dem ziemlich nahe. Zudem finde ich es einfacher, das aktive Fokusfeld im Sucher
zu verlagern. Das Handling ist diesbezüglich wesentlich besser.“
Ein weiterer Ratschlag David Notons für diejenigen, die mit ihren EOS Kameras unterwegs sind, ist weniger technischer, sondern eher pragmatischer Natur: „Man muss sich umschauen, nachdenken, innehalten und nach etwas Einzigartigem Ausschau halten“, rät er. „Man muss einfallsreich sein. Und immer, wirklich immer Qualität der Quantität vorziehen. Lieber weniger reisen und dafür mehr sehen.“
David Noton hat fast drei Jahrzehnte lang den Globus bereist und dabei Menschen, Orte und Kulturen fotografiert. Als CPN mit ihm über seine Erfahrungen mit der EOS 5D Mark III sprach, bereitete er sich gerade auf sein neuestes Abenteuer vor – eine Reise nach Myanmar, um neues Material für sein Online-Magazin „Chasing the Light“ aufzunehmen. Wir sagten ihm, dass er womöglich den besten Job der
Welt hat ...
Seine Antwort: „Nun, es gibt nicht immer nur Sonnenschein und epische Landschaften. Auch ich habe wie jeder andere mit Enttäuschungen und Rückschlägen zu kämpfen. Wenn ich aber dann erschöpft von einem erfolgreichen Dämmerungseinsatz zurückkomme, in dem ich eine Szenerie vorfand, die in ein geradezu magisches Licht getaucht war, würde ich meine Arbeit mit keinem Menschen auf der Welt tauschen wollen. Ich bin zwar schon seit 27 Jahren Berufsfotograf, aber ich fühle mich, als wäre ich immer noch am Anfang.“
Technische Daten
David Notons Ausrüstung
Kameras:
EOS 5D Mark II
EOS 5D Mark III
EOS-1Ds Mark III
EOS-1Ds Mark II
Objektive:
EF 14mm 1:2,8L II USM
EF 15mm 1:2,8 Fisheye
EF 16-35mm 1:2,8L II USM
TS-E 17mm 1:4L
TS-E 24mm 1:3,5L II
EF 24-70mm 1:2,8L USM
EF 35mm 1:1,4L USM
EF 70-200mm 1:2,8L IS II USM
EF 85mm 1:1,2L II USM
EF 100-400mm 1:4,5-5,6L IS USM
Zubehör:
Blitzgerät Speedlite 580EX
Datenspeicher M80
Akkugriff BG-E6
Biografie: David Noton
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© Ben Pipe
David Noton ist ein preisgekrönter Landschafts- und Reisefotograf mit über 25 Jahren Erfahrung. Er gewann den Wettbewerb „BBC Wildlife Photographer of the Year“ in den Jahren 1985, 1989 und 1990. In den vergangenen Jahren bereiste er nahezu jeden Winkel der Welt und erkundete dabei Wüsten, Regenwälder, Berge, Inseln und Polkappen. Im Jahr 2008 wurde sein Buch „Waiting for the Light“ veröffentlicht, das bei Kritikern großen Anklang fand. Im Jahr 2010 wurde sein Buch „Full Frame“ zusammen mit seinem zweiten Film „Photography in the RAW“ publiziert. Seine Bilder sind heute weltweit zu sehen, und er schreibt für verschiedene Medien, wie z. B. Fotomagazine und Websites.
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