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Technische Daten

Brent Stirton über das Fotografieren mit der<br> EOS 5D Mark III

Brent Stirton über das Fotografieren mit der
EOS 5D Mark III

© Brent Stirton/Reportage by Getty Images

März 2012

Canon Botschafter Brent Stirton (Reportage by Getty Images) hatte die Chance, das neue Canon DSLR-Modell EOS 5D Mark III während eines Shootings in Frankreich ein paar Tage lang auszuprobieren. Er fotografierte den Action-Sport Radball und dokumentierte außerdem einen Tag im Leben von französischen Austernfischern. CPN sprach mit dem preisgekrönten Fotojournalisten über seine ersten Eindrücke beim Arbeiten mit Canons neuer 22,3-Megapixel-DSLR-Kamera.

CPN: Als Sie die EOS 5D Mark III zum ersten Mal in die Hand nahmen, was waren da ihre ersten Eindrücke?

Brent Stirton [BS]: „Mein erster Eindruck war, dass dies eine robustere Kamera ist [als die 5D Mark II]. Von der 5D Mark II war ich zuerst total überrascht, da ich dachte, diese Kamera wäre nicht robust genug für die Umgebungen, in denen ich arbeite. Es gab nur eine Situation, in denen die 5D Mark II bei mir versagte – ich befand mich mitten in einem Sand- und Regensturm in der Sahara und war völlig den Elementen ausgesetzt, da ist die Kamera ausgefallen.

Bei dieser Kamera habe ich ein viel besseres Gefühl. Sie fühlt sich fast wie die EOS-1-V-Filmkamera an - das war mein erster Eindruck von den physischen Aspekten der Kamera.“

© Canon Europe

Canon Botschafter Brent Stirton während eines Shootings vor Ort auf einer Austernfarm in Frankreich mit der neuen Canon EOS 5D Mark III DSLR.

CPN: Die EOS 5D Mark III ist eine hochauflösende, 22,3-Megapixel-Vollformat-Kamera. Ist das die Kamera, die Sie erwartet hatten oder hat Sie irgendetwas besonders überrascht?

BS: „Das ist eine sehr große Megapixeldatei, die aus der Kamera kommt, wenn ich sie verarbeite. Ich bin froh, das zu sehen, da es bedeutet, dass ich keine digitale Mittelformatkamera benötige. Und das habe ich, ehrlich gesagt, auch in letzter Zeit nicht getan, aber diese Kamera bringt uns näher heran [an die Mittelformat-Qualität].

Ich glaube außerdem, dass die Pixel in dieser Kamera, wie bei der EOS-1D X, größer sind als die Pixel auf den Sensoren der meisten digitalen Mittelformatkameras. Also werden die Möglichkeiten des vorhandenen Lichts viel besser ausgenutzt. Erstens mache ich sehr viele große Abzüge, viele große Poster etc., also möchte ich eine größere Datei. Deswegen bin ich glücklich mit dieser Leistung bei der EOS 5D Mark III.

Zweitens sind die Möglichkeiten bei schwachem Licht etwas ganz Neues, so wie ich das sehe. Ich mache viel investigative Arbeit, oft unter schlechten Lichtbedingungen, da muss ich bei Blende 1:1,4 mit Belichtungszeiten wie 1/15, 1/8 oder sogar 1/4 Sek. auskommen. Was ich meine ist, dass ich bei meiner Schärfentiefe ein Bild machen kann, aber es ist nicht das Bild, das ich machen will. Der Detailreichtum, den ich im Bildausschnitt benötige, ist nicht da, und das ist sehr frustrierend. Diese Kamera löst dies zum ersten Mal wirklich für mich, und das nicht mit einer interpolierten Datei, sondern einer ungeänderten.

Ich habe mit dieser Canon [EOS 5D Mark III] Aufnahmen mit bis zu [ISO] 25.600 gemacht, und die Datei war für mich mindestens so gut wie die aus der EOS 5D Mark II bei 1200 bis 1600. Das ist also ein großer Schritt vorwärts für mich.“

© Brent Stirton/Reportage by Getty Images

Ein Austernfischer sortiert seinen Fang. Aufgenommen mit der EOS 5D Mark III mit einem EF16-35mm 1:2,8L II USM-Objektiv bei einer Brennweite von 33mm. Die Belichtung betrug 1/250 Sek. bei 1:6,3, ISO 6400.

CPN: Wie waren die Bedingungen bei den Aufnahmen vor Ort in Frankreich?

BS: „Ich war in Europa, um Aufnahmen vom Radball zu machen, und zusätzlich kamen die Aufnahmen auf der Austernfarm zustande. Ich hatte im Grunde sechs Stunden Zeit, um die Austernfischer zu beobachten. Es war sehr bedeckt und an diesem Tag machte ich viele Aufnahmen mit [ISO] 1600. Die Innenaufnahmen entstanden mit 6400, aber das sieht man nicht. Bei den vorigen EOS-Kameras, die auch gut sind, wusste ich aber, dass ich mit diesen ISO- Werten fotografiert habe. Ich hätte aufgrund der Körnung des Bildes sofort sagen können, dass es sich um eine Aufnahme mit hohem ISO-Wert handelt. Jetzt kann man das nicht mehr sehen. Ich kann Aufnahmen mit 6400 machen, und es gibt keine Körnung mehr bzw. sie ist vernachlässigbar.“

Wie sind Ihre allgemeinen Eindrücke von den neuesten Canon DSLR-Kameras – der EOS 5D Mark III und der EOS-1D X?

BS: „Dies ist die beste Dateiqualität, die Canon bis jetzt hatte. Da gibt es überhaupt keine Zweifel. Meinem Eindruck nach repräsentieren die 5D Mark III und die EOS-1D X den Höhepunkt der Sensortechnologie. Ich hätte keine Probleme, damit für die Werbung zu arbeiten, im Studio zu arbeiten, für Porträtaufnahmen, oder sie in die Sahara oder zum Amazonas für fotojournalistische Arbeiten mitzunehmen. Für mich ist das das ultimative Paket, das man aus einer einzelnen Kamera herausholen kann.“

© Brent Stirton/Reportage by Getty Images

Radball bei schwachem Licht. Aufgenommen mit der EOS 5D Mark III mit einem EF24mm 1:1,4L II USM-Objektiv, die Belichtungszeit war 1/250 Sek bei 1:2,2 und ISO 12.800.

CPN: Die neue CMOS-Sensortechnologie hat dazu geführt, dass das vorhandene Licht viel besser eingefangen werden kann. Wir haben bereits darüber gesprochen, aber wie hat Ihrer Meinung nach die neue CMOS-Technologie die Leistung der Kamera verbessert?

BS: „Wenn ich eine Aufnahme mache, frage ich mich 'Ist dies ein realistischer Hautton?', da der Hautton sehr wichtig für mich ist. Die Hauttonqualität, die ich aus der [5D] Mark III herausholen kann, ist bei weiten die realistische, die ich je gesehen habe. Diese Kamera macht ein besseren Hautton als jeder andere Kamera, die ich je benutzt habe.

Als ich die Radball-Spieler fotografiert habe, war ich erstaunt über die wenigen Farbschatten bei den verschiedenen Belichtungsbedingungen. Die Farben waren sehr konsistent und die Farbwiedergabe sehr genau. Das ist großartig für mich, weil es für mich weniger Aufwand bei der Nachbearbeitung bedeutet.

Die andere Erleichterung, die der Sensor bringt, ist die Möglichkeit, bei wirklich schlechten Lichtverhältnissen zu arbeiten. Das ist nicht irgendein Hype; man muss die Kamera dazu nicht auf einem Stativ in einem Studio unter perfekten Bedingungen aufstellen, eine Aufnahme bei ISO 1600 machen und dann sagen 'Sie mal, wie gut das geworden ist'. Das ist einfach nicht das wahre Leben für mich. Das wahre Leben bedeutet, dass man in irgend einen dunklen Keller mit einem schwierigen Motiv gehen und dort ein Bild machen kann, dass ich vorher nicht hätte machen können, da es die Sensorleistung nicht zuließ. Früher hätten diese Art von Aufnahmen ein starkes Bildrauschen gehabt und ich hätte allerhand Probleme mit der Datei gehabt.

Mit dieser Kamera kann ich an alle möglichen Orte gehen, an denen ich früher keine Aufnahmen hätte machen können. Jetzt kann ich detailreiche Bilder machen, die sich als ganzzeitige Aufnahme veröffentlichen lassen. Das geht wirklich – es ist nicht nur irgendein Technologie-Hype. Die Datei ermöglicht mir das tatsächlich.“

CPN: Die Kamera hat eine integrierte Funktion für High Dynamic Range-Aufnahmen – finden Sie diese Funktion nützlich und was sagen Sie zum dynamischen Bereich der Kamera?

BS: „Immer wenn es eine neue Kamerareihe gibt, dann gibt es auch neue Ideen bezüglich der Möglichkeiten. Ich habe mir die HDR-Funktion angesehen und in einigen Fällen ist das bestimmt etwas, das ich gebrauchen könnte. Als Teil der Radball-Aufnahmen haben wir in einem alten Industriegebäude fotografiert, in dem überall Asbest auf dem Boden lag. Es gab Löcher in der Wand, durch die Tageslicht einfiel. Was die HDR-Funktion einem ermöglicht, ist, eine perfekte Aufnahme des Innenraums zu machen, aber auch den Außenbereich richtig zu belichten. Ich konnte das vorher nicht umsetzen, das hätte ich in der Nachbereitung machen müssen, also ist es nützlich für mich.

Ich bin mir sicher, dass es Landschaftsfotografen gibt, die, wenn sie einmal mit der HDR-Technologie in der Kamera experimentieren, einen Weg finden, ihr Leben mit dieser Funktion viel leichter zu machen. Es gibt viel Software für HDR, aber diese Funktion schon in der Kamera integriert zu haben, spart viel Zeit und es ist ein weiteres Instrument, das Fotografen sinnvoll nutzen können.“

© Brent Stirton/Reportage by Getty Images

Austernfischer waten durch das Wasser. Aufgenommen mit der EOS 5D Mark III mit einem EF16-35mm 1:2,8L II USM-Objektiv bei einer Brennweite von 32mm. Die Belichtung betrug 1/250 Sek. bei 1:10, ISO 100.

CPN: Das Messsystem in der EOS 5D Mark III ist ein 63-Zone-Dual-Layer-System, ähnlich dem in der EOS 7D. Was denken Sie über die Leistungsfähigkeit des Messesystems in der EOS 5D Mark III?

BS: „Ich habe früher viel mit Diafilmen gearbeitet und habe daher immer einen manuellen Belichtungsmesser verwendet. Aber bei dieser neuen Kamera war es so, dass die Belichtung die gleiche oder besser war als die, die ich mit dem Belichtungsmesser selbst gemessen hatte. Diese Kamera macht Handmessung unnötig. Ich denke, dass die Messung genauer ist als bei vorigen EOS-Modellen. Vielleicht ist die Farbmessung der Grund, weswegen ich bessere Hauttöne mit dieser Kamera bekomme - sie ist auch in dieser Hinsicht eindeutig besser.“

CPN: Wie die EOS-1D X hat auch die EOS 5D Mark III das 61-Punkt-AF-System. Hatten Sie die Gelegenheit, es auszuprobieren und welche Meinung haben Sie zur Leistung des AF-Systems?

BS: „Aufgrund der Art der Fotografie, die ich mache, werde ich das AF-System wohl nicht hundertprozentig ausreizen. Ich würde sagen, jemand wie Frits [van Eldik] oder jemand, der eine Menge Sportaufnahmen macht, kann viel mehr über den Autofokus sagen als ich. Da ich fast nur mit dem mittleren Sensor arbeite, weil das meiner Art Bilder zu machen entspricht, kann ich ihnen wirklich nicht allzu viel über den Autofokus sagen.“

CPN: Die Kamera nimmt bis zu 6 Bilder/Sekunde in der höchsten Aufnahmegeschwindigkeit auf. Dies ist vielleicht auch eher eine Funktion für einen Action-Fotografen, aber haben Sie selbst schon Aufnahmen bei schnellerer Bewegung gemacht, und was denken Sie über diese Möglichkeit?

BS: „Bei den Radball-Aufnahmen habe ich auch Bilder der Jungs gemacht, wie sie Ball spielen - das waren sehr schnelle Aufnahmen, da gleichzeitig ein Film gedreht wurde. Diese Jungs hatten nur vielleicht fünf Minuten für mich Zeit, dann mussten sie schon zurück zu ihrem Filmaufnahmen. Was ich sehr nützlich fand, war die Tatsache, dass der Motor schneller ist – ungefähr sechs Aufnahmen pro Sekunden, wobei es bei der vorigen [5D Mark II] ungefähr drei waren. Die Tatsache, dass der Motor schneller ist und der Pufferspeicher ebenfalls, bedeutet, dass man weniger verpasst als früher. Ich glaube, dass viele Leute, die Action-Aufnahmen machen, aufgrund der höheren Motorgeschwindigkeit jetzt vielleicht die 5D Mark III verwenden werden.“

© Brent Stirton/Reportage by Getty Images

Radball-Spieler kämpfen um den Ball. Aufgenommen mit der EOS 5D Mark III mit einem EF15mm 1:4L Fischaugen-USM-Objektiv bei einer Brennweite von 15mm. Die Belichtung betrug 1/320 Sek. bei 1:5,6, ISO 100.

CPN: Verwenden Sie die individuellen Aufnahmemodi, Custom-Funktionen oder individuelle Konfigurationen und wenn ja, wofür?

BS: „Das tue ich tatsächlich. Meistens konzentriere ich mich dabei auf die Belichtungsspeichertaste. Ich verwende nicht die ausgewiesenen Fokustasten hinten auf der Kamera, ich neige dazu, die Belichtungsspeichertaste als meine Fokustaste zu verwenden sie meinen Erfordernissen anzupassen. Das habe ich schon immer so gemacht, und aus irgendwelchen Grund landet mein Daumen immer auf dieser Taste. Damit kann ich meine Belichtung tatsächlich ohne Auslöser kontrollieren.“

CPN: Wie fanden Sie die Handhabung der Kamera und die Anordnung der Tasten verglichen mit der 5D Mark II?

BS: „Ich mag den Informationsaspekt. Die Quick-Taste ist großartig. Ich hatte die [EOS] 7D vorher noch nie benutzt, also wusste ich gar nicht, dass sie existiert. Ich bin nicht gerade ein Technikfreak. Die Tatsache, dass ich die Quick-Taste benutzen kann und schnell Zugriff auf Informationen über die Kameradaten habe, ist wunderbar. Die Speichertaste auf dem Modus-Wahlrad ist ebenfalls sehr hilfreich. Ehrlich gesagt, hatte ich nie wirklich ein Problem mit der 5D Mark II oder anderen Vorgängermodellen, aber das neue Modell gibt mir einfach noch viel mehr Sicherheit.”

CPN: Wie beurteilen Sie die Kamera bezüglich der LCD-Anzeige und der Sucherinformationen?

BS: „Eine große Verbesserung gegenüber der vorigen Anzeige. Da gibt es gar keine Frage. Die 5D Mark II ist eine außergewöhnliche Kamera aber diese [5D Mark III] ist einfach insgesamt noch besser. Das geht bis hin zur Qualität des Displays. Für einen Studiofotografen, der beispielsweise Beauty- oder Porträtaufnahmen macht, ist die Wiedergabe des Displays schlicht und einfach um einiges getreuer. Was ich auf dem Display gesehen habe, entsprach durchwegs dem, was später auf dem Computerbildschirm zu sehen war.“

CPN: Die EOS 5D Mark III hat sowohl CF- als auch SD-Kartensteckplätze. Ist das für Sie hilfreich für Ihre Art, mit Speicherkarten zu arbeiten?

BS: „Die Option mit den zwei Karten in der Kamera ist großartig für mich, da ich dann eine Karte mit der anderen sichern kann. Ich mache viel investigative Arbeit in Ländern, in denen die Leute nicht gerade freundlich zu Fotojournalisten sind. Wenn ich beispielsweise mit der Staatsmacht in Konflikt gerate, zeichne ich einfach alles auf beiden Karten auf und eine der Karten wandert dann immer in meiner Unterwäsche. Die andere ist noch in meiner Kamera, und wenn ich aufgefordert werde die Aufnahmen herauszugeben, dann gebe ich ihnen diese Karte.

© Brent Stirton/Reportage by Getty Images

Porträt von Radball-Spielern. Aufgenommen mit der EOS 5D Mark III mit einem EF24-70mm 1:2,8L II USM-Objektiv bei einer Brennweite von 28mm. Die Belichtung betrug 1/125 Sek. bei 1:9, ISO 100.

Mit zwei Karten arbeiten zu können, bedeutet darüber hinaus, dass man einfach weiterfotografieren kann und entscheidende Momente nicht verpasst. Wenn Sie beispielsweise ein Naturfotograf sind und sie gerade eine Bildfolge aufnehmen, in der ein Löwe ein Tier erlegt und das Rudel dann das Territorium gegen Hyänen verteidigt – in solchen Momenten möchte man nichts verpassen. Sehr oft verlässt man sich dabei auf den Kameramotor, da man nichts verpassen möchte, und so ist die erste Karte schnell voll. Während Sie die Karten auswechseln und die neue Karte in der Kamera formatieren, könnten Sie leicht etwas verpassen. Wenn man zwei Karten hat, fühlt man sich viel sicherer, nichts zu verpassen.“

CPN: Am Anfang sprachen Sie über die Bauart der Kamera, und dass die Kamera robuster wirkt als die EOS 5D Mark II. Woran haben Sie das gemerkt?

BS: „Das ist irgendwie die 'Streetfighter'-Version der 5D Mark II (lacht). Ich habe ein besseres Gefühl bei dieser Kamera – sie liegt viel besser in der Hand.“

CPN: Also werden Sie sie sicherlich auch unter extremen Bedingungen verwenden?

BS: „Wie bei vielen Fotojournalisten gibt es vor Ort viele Herausforderungen: man kann die Kamera nicht einfach reparieren lassen oder Ersatzteile besorgen, du musst dich also hundertprozentig darauf verlassen können. Die Bauart der EOS 5D Mark III wirkt in dieser Hinsicht sehr zuverlässig auf mich.“

CPN: Wir haben bereits darüber gesprochen, aber was waren Ihre allgemeinen Eindrücke bei Aufnahmen mit hohen ISO-Einstellungen mit der EOS 5D Mark III?

BS: „Das Fazit ist, dass die Qualität der Datei bei dieser Kamera mit hohen ISO-Einstellungen besser ist als alles andere auf dem Markt. Da gibt es für mich überhaupt keine Zweifel. Es ist keine interpolierte Datei, sondern eine ungeänderte. Das bedeutet, dass die Farbstabilität sehr gut ist. Es gibt keine Brauntöne in den Schatten, die dunklen Bereiche werden besser wiedergegeben. Für mich bedeutet das ganz neue Möglichkeiten. In Bereichen, in denen ich sonst kein verwertbares Bild machen konnte, kann ich das jetzt tun. Nicht nur, dass ich überhaupt ein Bild machen kann, die ISO-Bandbreite gibt mir genug Flexibilität bei der Blendenwahl, um für die Art von Geschichten, die ich erzählen möchte, ausreichend Details zu erhalten.“

CPN: Wir haben viel über die technischen Details der EOS 5D Mark III geredet, aber haben Sie noch andere Gedanken oder Kommentare, nachdem sie die Kamera ausprobiert haben?

BS: „Die Möglichkeiten, Blitzgeräte von der Kamera aus zu steuern, sind einfach fantastisch. Das neue Blitzsystem [Speedlite 600EX-RT, drahtlos und funkgesteuert] ist so gut, dass ich keine Profoto-Lampen mehr für Außenaufnahmen mitnehmen muss. Ich kann diese Speedlite-Technologie wirklich effektiv einsetzen. Diese Kamera hat da natürlich auch etwas mit zu tun, nicht nur die neuen Blitzgeräte und Steuergeräte. Die Möglichkeit, einen drahtlosen externen Blitz mit der Kamera zu steuern, ist ein großer Fortschritt.“

© Brent Stirton/Reportage by Getty Images

Radball-Spieler kämpfen um den Ball. Aufgenommen mit der EOS 5D Mark III mit einem EF16-35mm 1:2,8L II USM-Objektiv bei einer Brennweite von 22mm, mit speziellem Licht- und Blitzaufbau. Die Belichtung betrug 1/160 Sek. bei 1:13, ISO 100.

CPN: Wir haben bemerkt, dass einige der Radballbilder mit einem Blitzaufbau gemacht wurden. Wie sah dieser Blitzaufbau aus?

BS: „Ich habe das eher einfach gehalten. Meistens verwende ich nur zwei Blitzgeräte, aber in einigen Fällen ist es ein Blitzkopf und manchmal sind es drei auf einer Halterung mit einer Easybox oder einem größeren Schirm. Bezüglich des Gewichts ist das ein großer Gewinn für mich, da ich jetzt zu Außenaufnahmen mit zwei Speedlites gehen kann und Ergebnisse erziele, für die früher viel größere Anlagen erforderlich waren. Ich glaube, dass die Canon-Blitztechnologie damit einen riesigen Fortschritt gemacht hat. Ich denke, dass ich mit dem neuen Blitzsystem ein richtiges Blitzlichtprojekt realisieren werde.

Man kann den Blitz über die Kamera steuern oder durch die externe drahtlose Steuereinheit. Ich habe sechs oder sieben drahtlose Transmitter, die man in die Lampen und in die Kamera steckte, aber die brauche ich nicht mehr. Ich stecke den Canon-Transmitter und ein oder zwei Canon-Blitze auf ein Stativ, zusammen mit einer Softbox oder einem Reflektorschirm, oder vielleicht ein Führungslicht mit einem einzelnen Blitz, und es kann losgehen.

Normalerweise arbeite immer manuell, mit Profoto-Lampen oder Normans und einem Handmessgerät etc. Ich war am Strand und fotografierte Austernfischer und versuchte ein wirklich einfaches, schnelles Portrait zu machen. Einer der Leute von Canon sagte: 'Warum versuchen Sie das nicht komplett programmgesteuert mit E-TTL?'. Ich erhielt damit dieselben Belichtungswerte, die ich mit der manuellen Messung gemessen hatte. Das war eine weitere Überraschung für mich.

Ich hatte immer meine Bedenken, die Belichtung nur der Kamera zu überlassen. Ich überlasse nie gerne alles der Kamera, das macht mich etwas nervös. Aber dieses neue Blitzsystem ist sehr konsistent und wirklich genau.”

Biografie: Brent Stirton

Brent Stirton

Der in Südafrika geborene Brent Stirton ist ein Vertragsfotograf für "Reportage by Getty Images". Er ist auf dokumentarische Arbeiten spezialisiert und reist durchschnittlich zehn Monate im Jahr für seine Aufträge. Er arbeitet regelmäßig für verschiedene Wohltätigkeitsorganisationen, seine Arbeiten werden in den Zeitschriften National Geographic, Newsweek, The New York Times Magazine, Le Express, Le Monde 2, GQ, GEO und von den Sendern The Discovery Channel und CNN veröffentlicht. Er gewann unter anderem sieben „World Press Photo Awards“, war der „Internationale Fotograf des Jahres 2008 (Lucie Awards)“ und wurde von den Vereinten Nationen für seine Einsatz im Umweltschutz und bei der Bekämpfung von HIV geehrt. Im Februar 2012 gewann Brent Stirton beim „55th World Press Photo Contest“ in den Kategorien „Naturfotografie“ (für „Rhino Wars“) und „Aktuelle Themen, Einzelfotografen“ den ersten Preis. Außerdem siegte er in der Kategorie „Bildgeschichte Wissenschaft/Naturgeschichte“ und erhielt einen „Preis für herausragende Leistungen“ in der Kategorie Titel-Bildgeschichte „Freiberufler/Agentur“ von „Pictures of the Year International (POYI)“. Er arbeitet momentan neben anderen Aufträgen in der ganzen Welt an einem langfristigen Projekt über gefährdete Spezies und wird im Jahre 2012 in ungefähr 20 Ländern fotografieren.



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